Karma Yoga am Rheinstrand

Ganz nach Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat „Man muss das Gute tun, damit es in der Welt sei“ machen wir heute beim Rhein-Karma-Yoga mit. Es gibt in Köln inzwischen einige Gruppen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Rheinstrand von Unrat, Glasscherben und Plastikmüll zu befreien. Und das ist auch dringend nötig.

Wir machen ein paar einleitende Yogaübungen, damit wir uns besser bücken können und keine Rückenschmerzen bekommen und gehen dann als Gruppe los, um unseren Rheinstrand zu pflegen.

Norea ist mit viel Eifer dabei und liebt es, schon als Kind etwas gegen die „Weltverschmutzung“ tun zu können. Sie hatte hier mal beim Spielen plötzlich eine riesige Glasscherbe im Fuß und weiß, wie wichtig unsere Arbeit ist. Das erzählt sie auch gerne den Passanten, die unsere Aktion bestaunen.

Bewaffnet mit Handschuhen und Kneifzangen sucht sie den Strand ab, hat in kürzester Zeit ihre Tüte voll und schnappt sich die nächste. Sie wird bestimmt eine Jugendliche werden, die nicht achtlos Flaschen zerdeppert und eine Erwachsene, die sich selbst und ihre Umwelt im Blick hat.

Was mir am Rhein-Karma-Yoga gefällt ist der Wert, den auch Kinder schon leben können, ist: „Du bist ein Teil des großen Ganzen. Und jeder tue, was er oder sie kann, um die Welt zu einem Ort zu machen, in dem er oder sie gerne leben will.“ Das Prinzip lässt sich ja auf jeden Lebensbereich übertragen. Darum sind wir hier dabei und haben zudem auch noch richtig Spaß.

Karma Yogis sind Leute, die nicht schimpfen über den verschmutzten Rheinstrand, den Kopf schütteln und dann weitergehen, sondern sich fragen „Was kann ich tun?“

Es ist im Grunde nichts anderes als ein Ehrenamt, also „Selbstloses Tun für die Gemeinschaft“. Doch wir lernen, dass wir uns beim Karma Yoga voll und ganz darauf konzentrieren sollen, dass wir etwas Gutes tun, ohne uns über den Müll der anderen zu ärgern oder wütend zu werden, dass Menschen ihre Grills nach Benutzung einfach liegen lassen. Wenn wir nämlich heiter sind, strahlen wir diese gute Energie aus und können andere mit ihr anstecken. Dass das gelingt, sehen wir an den spontan hinzustoßenden großen und kleinen Helfern.

Kommt zu uns nach Rodenkirchen an den Rheinstrand. Wir treffen uns jeden ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr. Es ist eine sinnvolle, schöne Sache, die wir gemeinsam mit unseren Kindern vollbringen können.